Im Gras liegende Frau

Was ist Heuschnupfen?

Der allergische Schnupfen beeinträchtigt die Lebensqualität von etwa 60 Millionen Europäern. Eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Stoffe (Allergene) wie Pollen oder Milben führt zu einer jahreszeitlich oder ganzjährig auftretenden Entzündung. Diese kann sich in einem leichten Jucken der Nase und Augen äußern, aber auch bis zu einer vollständig verstopften Nase, starkem Augenbrennen und Atemnot führen.

Was ist Heuschnupfen?

Die allergische Rhinitis (auch allergischer Schnupfen genannt) betrifft die oberen Atemwege. Unter diesem Oberbegriff werden verschiedene Erkrankungen zusammengefasst. Die Auslöser der allergischen Rhinitis, im Volksmund auch Heuschnupfen genannt, können Pollen oder aber auch ganzjährig auftretende Allergene wie Hausstaubmilben oder Tiere bzw. Tierhaare sein.

Wie entsteht eine allergische Rhinitis?

Pollen und Milben stellen für den Körper eigentlich keine Bedrohung dar. Dennoch reagiert das Abwehrsystem einiger Menschen auf diese Allergene mit einer Immunreaktion, es kommt zu einer Sensibilisierung. Dabei produziert das Immunsystem bestimmte Antikörper (IgE), die gegen das Allergen gerichtet sind. Auslöser der durch die allergische Rhinitis ausgelösten Entzündung ist die Vernetzung der IgE-Antikörper, die sich auf Immunzellen (basophile Granulozyten und Mastzellen) in der Schleimhaut des Patienten festgesetzt haben. In der Folge kommt es zur Freisetzung einer Vielzahl von Entzündungsstoffen wie beispielsweise Histamin, Tryptase, Leukotriene, Prostaglandine. Diese Stoffe bewirken eine Weitstellung der Blutgefäße, Ausbildung von Ödemen, Produktion von Nasensekret und Reizung der feinen Nervenfasern in der Schleimhaut.

Was sind die Symptome einer allergischen Rhinitis?

Als Folge dieser allergischen Reaktion auf beispielsweise Pollen oder Milben kann die Nase laufen, zuschwellen, und jucken oder es entsteht ein Niesreiz. Darüber hinaus kommt es bei den meisten Menschen zu Beschwerden der Augen wie Jucken, Tränen und Rötung.

Ohne Behandlung drohen die Beschwerden chronisch zu werden

An diese erste Reaktion (sogenannte Sofortphasenreaktion) kann sich eine später nachfolgende länger dauernde Entzündung anschließen (sogenannte Spätphasenreaktion). Diese ist gekennzeichnet durch Einwanderung weiterer Immunzellen (z.B. Eosinophile) aus dem Blut, die in ihrer Funktion als Abwehrzellen Stoffe in der Schleimhaut freisetzen. Diese Giftstoffe sind gefährlich für die umliegenden Zellen und die Schleimhaut insgesamt, da sie andere Zellen abtöten können und somit zu kleinen "Mikro-Narben" in der Schleimhaut führen können. Hält dieser Prozess der "zellulären Entzündung" über lange Zeit an, wird oft der ursprüngliche Aufbau der Schleimhaut vollständig verändert (sogenanntes Remodelling). Die Nasenschleimhaut verliert dann ihre Flimmerhärchen, ihre Schleimhaut-Drüsen und ihren normalen Aufbau. Als Folge kann die Luft nicht mehr gereinigt, angewärmt und befeuchtet werden. Somit gelangen deutlich mehr Schadstoffe in die Lunge und es droht eine Schädigung von Lunge und Bronchien. Zusätzlich wuchert die chronisch entzündete Schleimhaut und die Atmung wird beeinträchtigt. So kann ein sogenannter Etagenwechsel auftreten und aus Heuschnupfen kann sich Asthma bronchiale entwickeln. Es ist daher sehr wichtig, in der Behandlung des Heuschnupfens schon frühzeitig hochwirksame entzündungshemmende Medikamente einzusetzen.

Allergische Augenbeschwerden

Neben der Nasenschleimhaut sind die Bindehäute der Augen die von Allergien am häufigsten betroffenen Schleimhäute. Lange Zeit ging man davon aus, dass dies allein durch ein Eindringen von Pollen in die Augen ausgelöst wird. Heute weiß man hingegen, dass ein wesentlicher Teil dieser Beschwerden durch eine Entzündung der Bindehäute ausgelöst wird, die nach dem derzeitigen Kenntnisstand ausgehend von der Entzündung der Nasenschleimhaut über einen Nervenreflex (so genannter nasal-konjunktivaler Reflex) übertragen werden.

Augensymptomatik

Allergischer Dauerschnupfen

Die Beschwerden von Patienten mit ganzjährigem Schnupfen als Folge einer Allergie auf Milben, Tierhaare oder Schimmelpilzsporen sind gekennzeichnet durch das Hauptsymptom Nasenatmungsbehinderung. Niesattacken treten häufig mehrmals am Tage auf, wobei der Juckreiz häufig ständig unterschwellig vorhanden ist. Daneben kann je nach Krankheitsstadium und Verlauf eine dünnflüssige Schleimbildung oder auch eine zu trockene Nase vorliegen. Oft liegen Riechstörungen vor, die Patienten bekommen Kopfschmerzen und sind sehr anfällig für Erkältungen.


Juni 2011

Bild-Quelle: shutterstock.com, © Chen Ping Hung / © GlaxoSmithKline

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Prof. Dr. Ludger Klimek

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