Im Gras liegende Frau

Mehr Allergiker bereits im jungen Alter – Heuschnupfen wird mit dem Alter schwerwiegender

Der Heuschnupfen (Allergische Rhinitis) ist weiterhin auf dem Vormarsch und längst eine Volkskrankheit. Experten schätzen, dass etwa 40-50% Prozent der Erwachsenen Allergiker sind, wovon wiederum jeder Dritte auf Pollen mit den typischen Symptomen wie tränende und juckende Augen sowie Schnupfen und Juckreiz im Nasen- und Rachenbereich reagieren.

Besonders Kinder sind betroffen – Tendenz steigend

Bereits unsere Kleinsten sind dabei schon stark betroffen. Laut Prof. Philippe Stock von der Charité Berlin ist ca. jedes dritte Kind von Allergien betroffen und das mit steigender Tendenz. Dabei fängt eine „Allergiekarriere“, so der Experte, meist mit Hautreaktionen an und entwickelt sich dann über eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hin zu den Atemwegen. Dabei seien erste Pollenallergien im Vor- und Grundschulalter typisch.

Grund? Neben erblichen Veranlagungen nennt Prof. Stock auch sehr gute Hygienebedingungen als Faktoren, die eine Allergie begünstigen. So beobachtet man, dass Kinder die auf dem Land bzw. Bauernhof aufwachsen weniger oft Allergien aufweisen, da ihr Immunsystem möglicherweise durch den Kontakt mit Dreck und Keimen nicht unterfordert ist.

Besonders rät der Experte zur frühzeitigen ärztlichen Behandlung, da besonders bei Kindern aus Heuschnupfen leicht ein chronisches Asthma werden kann.

Heuschnupfen mit zunehmenden Alter lästiger

Ein Team französischer Wissenschaftler hat in einer Untersuchung mit einer Gruppe jüngerer (durchschnittlich 26,3 Jahre) und einer Gruppe älterer Allergiker (durchschnittlich 65 Jahre) folgende Beobachtungen:

  • Die bakterielle Besiedlung der Nasenschleimhaut sei bei älteren Patienten erhöht, was wiederum dazu führt, dass Keime schlechter abtransportiert werden
  • Der Anteil der älteren Patienten, die an Nasen- und Augensymptomen leiden, war um 65% höher

Beides seien Gründe für eine niedrigere Lebensqualität bei älteren Patienten und ein Indiz dafür, dass Allergiker mit steigendem Alter mehr leiden.

Was tun in der Pollenzeit?

Gehen Sie bei allergischen Problemen frühzeitig zu Ihrem Allgemein- oder Hals-Nasen-Ohrenarzt. Ansonsten gilt wie immer: Kontakt zu Pollen meiden.

  • Nachts Fenster schließen, tagsüber Stoßlüften
  • Pollenkonzentrationen sind in den frühen Morgenstunden am stärksten
  • Abends Pollen aus den Haaren waschen und nicht im Schlafzimmer umziehen, da die Pollen sich sonst von der Kleidung aus verteilen
  • Zur Zeit verstärkten Pollenflugs sportliche Betätigung im Freien eher meiden

Wie die Pollen gerade in Ihrer Umgebung fliegen erfahren Sie über unseren Luftdatenservice jeden Tag per E-Mail oder über unsere Pollen App direkt auf Ihrem Smartphone.

Quellen:

  1. http://www.morgenpost.de/familie/article106198857/Jedes-dritte-Kind-hat-eine-Allergie.html
  2. http://www.springermedizin.de/mit-dem-alter-wird-heuschnupfen-laestiger/2336672.html
  3. http://www.annallergy.org/article/S1081-1206(12)00041-5/abstract
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Prof. Dr. Ludger Klimek

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