Im Frühling kribbelt`s nicht nur im Bauch
Endlich - der Frühling ist da! Die erwachende Natur und die Sonne verleihen neuen Schwung: Die Lust auf Unternehmungen im Freien steigt, die meisten Menschen reagieren offener, viele spüren Schmetterlinge im Bauch. Bei Pollenallergikern aber kribbelt es vor allem: in der Nase.

Oft verwechselt: Heuschnupfen und Erkältung
In Deutschland leiden etwa 16 Millionen Menschen an Heuschnupfen. Vielen ist das jedoch gar nicht bewusst. Sie halten eine laufende Nase, tränende und brennende Augen, Niesen und körperliche Schlappheit für die Symptome einer Erkältung. Das kann böse Folgen haben: Ohne Behandlung kann aus Heuschnupfen nämlich chronisches Asthma werden. Studien belegen, dass eine Pollenallergie das Risiko, in den nächsten 5-9 Jahren auch Asthma zu entwickeln, mindestens verdreifacht. Anderseits leiden viele Asthmatiker zusätzlich an Heuschnupfen, was ihre Symptome verschärft. Experten raten daher, bei Beschwerden frühzeitig zu einem Facharzt zu gehen. Mit einem Allergietest kann ein Allergologe ermitteln, welcher Stoff die Überreaktion des Immunsystems hervorruft. Durch geeignete Medikamente lassen sich sowohl Heuschnupfen als auch Allergien gezielt behandeln.
Pollensaison immer früher
Jahr für Jahr beginnt die Pollensaison früher. Fachleute machen dafür die Erderwärmung verantwortlich. Nach Angaben der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst fliegt der Blütenstaub von Frühblühern heute rund zehn Tage früher als vor 20 Jahren.
Insgesamt gibt es hierzulande rund 100 Pflanzen, die eine Pollenallergie auslösen können, berichtet der Deutsche Allergie- und Asthmabund. Aber erst kürzlich entschlüsselten Mediziner der Technischen Universität München, wie dies geschieht. Pollen setzen nämlich nicht nur Allergene frei, sondern zusätzlich hoch aktive Botenstoffe. Diese locken menschliche Entzündungszellen an, die die Pollenkörner an sich binden. So kann Blütenstaub selbst bei nicht-allergischen Menschen Entzündungsprozesse in Gang setzen.
Wissen, was in der Luft liegt
Dank modernen Kombinationstherapien wie z.B. mit Fluticason und Salmeterol können Menschen mit Allergien und Asthma ein weitgehend unbeschwertes Leben führen. Dennoch sollten gerade Pollenallergiker den Kontakt mit dem lästigen Blütenstaub auf ein Minimum reduzieren.
Jahr für Jahr beginnt die Pollensaison früher.
Spezielle Kalender geben einen Überblick, welche Pflanzen zu welcher Zeit blühen. Sicherer ist es allerdings, sich an einer aktuellen Pollenflugvorhersage zu orientieren. Die finden Interessierte z.B. im Internet unter www.luft-zum-leben.de.
Hier gibt es außerdem einen besonderen Service: Mit dem "Luftdatenservice" kann man sich den täglichen Pollenflug direkt per E-Mail nach Hause senden lassen. So wissen Allergiker immer, was in der Luft liegt und können ihre Tagesplanung danach ausrichten. Morgens zwischen 6 und 8 Uhr und abends zwischen 18 und 23 Uhr ist der Pollenflug nämlich geringer. Die besten Zeiten für Outdoor-Aktivitäten also. Da Blütenstaub gut an Haaren und Kleidung haftet, empfehlen Experten, vorm Zubettgehen die Haare zu waschen und Straßenkleidung nicht im Schlafzimmer abzulegen.
Weiterführende Links:
Luftdatenservice – Hier geht es zur Anmeldung
Juni 2011
Bild-Quelle: gettyimages.com, © George Doyle
Autor: bsmo-Redaktion








